RegioL

Pflegende Angehörige

Die Familie ist der Welt größter Pflegeplatz
Laut einer Aussendung der AK betreuen in Österreich 426.000 Personen ihre Angehörigen und Bekannten zu Hause. Die pflegenden Angehörigen nehmen meist große Belastungen auf sich.
* Veränderung der eigenen Lebensplanung
* Angebundensein
* ausschließliche Zuständigkeit
* Verschlechterung des Gesundheitszustandes des pflegenden Angehörigen
* Nähe zum Tod
* fehlende Anerkennung
* Belastung durch Demenz und Verwirrtheit
* Isolation
* Belastungen durch unzureichende Wohnbedingungen
* Überforderung durch vielschichtige, belastende Tätigkeiten
Viele der pflegenden Angehörigen haben diese Aufgabe ganz einfach übernommen, weil es eben notwendig war und sie es ihren Lieben ermöglichen wollen, so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung zu leben. Daheim in der Familie alt zu werden. Dieses Thema holt uns alle einmal ein, deshalb ist es besonders wichtig, die gelebte Generationensolidarität in den Familien auch für die Zukunft sicher zu stellen und zu unterstützen.
 
Anzahl der betroffenen Personen
Region Landeck ca 2.300 Personen
Region Vinschgau ca. 1.700 Personen

In der Interreg Region sind somit ca 4000 Personen betroffen. Die ständige Verfügbarkeit, die körperliche Anstrengung und die Verantwortung belasten oft sehr. Zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen haben MIAR-Fachbeirat Peter Gohm und die Vinschgauer Direktorin der Sozialdienste, Dr. Martha Stecher eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen von INTERREG in Angriff genommen.
 
Lösungsansätze zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen
* Information Broschüre über Unterstützungsangebote Telefonhotline
* Ausbau der Unterstützungs- und Entlastungsangebote leicht zugängliche Beratungsangebote bedarforientierte Schulungen und Kurse fachlich begleitete Angehörigen-Selbsthilfegruppen
* Gesellschaftliche Anerkennung
* Schaffung von flexiblen alternativen Pflegeangeboten zur Entspannung und Regeneration
* Ermöglichung von kostengünstigen Ausleihgeräten
 
Informationsbroschüre
Beide Bezirke brauchen eine Broschüre, in der die pflegenden Angehörigen Informationen und Kontaktadressen bekommen.
 
Gesprächskreis für pflegende Angehörige
Reden und sich verstanden fühlen. Im Gesprächskreis für pflegende Angehörige treffen sich Menschen, die eine(n) Pflegebedürftige(n) zu Hause betreuen. Die Pflegearbeit ist häufig sowohl körperlich als auch seelisch sehr anspruchsvoll. Niemand kann eine Situation so nachempfinden wie Gleichbetroffene. So besteht hier die Möglichkeit zum persönlichen Erfahrungsaustausch. Durch erlebte Situationen können pflegende Angehörige viel voneinander lernen. Daneben gibt es wertvolle Informationen über Rahmenbedingungen von Pflegebedürftigkeit und Tipps zur Pflegeerleichterung.
 
Schulungskurse
Schulungskurse für Angehörige haben neben der fachlichen Bedeutung auch einen zweiten wichtigen Aspekt. So können sie auch andere PflegerInnen kennen lernen, die in einer ähnlichen Situation sind. Der Erfahrungsaustausch ist ein wichtiger Aspekt bei der Bewältigung ihrer Aufgaben. Außerdem können sie sich genauer über das Angebot sozialer Dienste informieren. Sie lernen Heimhilfen und Pflegefachkräfte besser kennen und scheuen sich dadurch unter Umständen weniger, über Ihre ganz speziellen Fragen zu sprechen. Diese Situation erleichtert es, Hilfe von Profis anzunehmen.
 
Gemeinsame Tagung
als Auftaktveranstaltung für das Interreg-Projekt "Pflegende Angehörige" - die Tagung fand im Spätherbst 2005 in Graun statt. Wir konnten dazu ca. 140 Personen aus der Interreg-Region Tiroler Oberland, Vinschgau und Engadin-Val Müstair begrüßen. Dabei waren Mitarbeiter aus dem Pflegebereich ebenso vertreten wie betroffene Angehörige, Vertreter der Medien und der Politik. Als Referentin konnte Dr. Iren Steiner, Dipl.Psych, Altbach, gewonnen werden. Iren Steiner führte dem Publikum in eindrucksvoller Weise die häusliche Pflegewirklichkeit vor Augen und zeigte Wege auf, in welcher Weise eine Unterstützung möglich ist.
 
Ansprechpartner
Peter Gohm, Verein Regio L
Dr. Martha Stecher, Direktorin der Sozialdienste Vinschgau
KONTAKT
Telefon: +43/5442/67 804
E-Mail: info@regiol.at
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